Und was kommt danach?

Wie viele in meiner Altersklasse (17) geht die Schulzeit nun zu Ende oder ist bereits seit kurzem vorbei. Die letzten Klassenarbeiten, die letzten Schulstunden, das letzte Zeugnis. Vorbei ist die Schulzeit. Und was jetzt? FSJ, FÖJ, BFD, Studium oder doch eine Ausbildung? Was will ich eigentlich in meinem Leben, was will ich arbeiten, wo will ich später einmal sein? Fragen über Fragen, die sich über die Jahre bis hin zum Schulabschluss ansammeln. Dazu kommen dann noch die lieben Verwandten, die Onkeln, Tanten, Omas und Opas, die einen alle mit ein und derselben Frage löchern: „Und  was willst du nach der Schule machen?“ All das bauscht sich wie eine große Welle auf, um dann über einen hereinzubrechen und zu überfluten. Bildlich gesprochen. Man weiß nicht mehr weiter.
Da kommt was auf mich zu. In Mt 14, 22-33 wird beschrieben wie zunächst Jesus und dann Petrus auf dem Wasser geht. Petrus zweifelt zunächst daran, dass dieses Gespenst auf dem Wasser wirklich Jesus sein soll. Er sagt, wenn du wirklich der Jesus bist, den wir kennen, dann gib mir doch dieselbe Fähigkeit auf dem Wasser zu gehen und lass mich zu dir kommen. Und Jesus sagt: „Ja klar, komm zu mir.“ Petrus steigt eifrig aus dem Boot, ganz erpicht darauf zu Jesus zu kommen und macht die ersten Schritte. Ist fest im Glauben daran, dass Jesus ihm die Fähigkeit gegeben hat auf Wasser zu gehen. Der erste Schritt. Okay, es klappt alles. Der zweite. Und sogar der dritte. Petrus geht auf dem Wasser als hätte er festen Boden unter sich. Aber plötzlich sieht er eine riesige Welle, die sich aufbaut und sich auf ihn zu bewegt. Und Petrus schaut nicht mehr auf Jesus, voller Schrecken schaut er auf diese riesige Welle, die ihn zu  verschlucken versucht. Und er vertraut nicht mehr. Vertraut nicht mehr auf Jesus und seine Worte, starrt nur noch wie gebannt auf die Welle und auf einmal merkt er: „Ich sinke.“ „Ich sinke!!“ „Da kommt eine riesige Welle auf mich zu, und ich sinke auf einmal ein wie in Treibsand!“ „Hilf mir Herr!“ ruft Petrus. Seine einzige Hoffnung: Jesus. Und dieser zögert keine Sekunde. Greift seine Hand und zieht ihn heraus. Raus aus dem Schlamassel. Lässt ihn nicht im Stich. „Du hast zu wenig Vertrauen! Warum hast du gezweifelt?“.
In diese Situation kommen wir doch immer wieder. Im einen Moment noch voll im Glauben wagen wir uns aus dem sicheren Boot des Kind-seins und wagen uns auf eigenen Füßen aufs offenen Meer, rein ins Leben. „Kein Problem, Gott ist ja bei mir.“ Doch auf einmal wird es unangenehm, und man sieht die Verantwortung, die das Leben mit sich bringt auf sich zurasen wie eine Welle, die einen zu verschlingen gedenkt. Man vergisst die guten Worte aus Jungschar, Freizeit, Konfi und Jugendkreis und versucht sich mit aller Kraft selbst zu retten, selbst damit fertig zu werden, doch weit und breit ist kein Land in Sicht. Man verliert den Boden unter den Füßen, und ehe man sich’s versieht steckt man bis zum Hals in der Klemme.
Und auf einmal fällt es einem wieder ein! „Herr hilf mir!“
Als Petrus nicht mehr weiter weiß, vertraut er wieder. Ruft um Hilfe. Und in vergleichbaren Situationen, in denen Jesus hilft, heißt es dann „dein Glaube hat dich gerettet.“ Doch hier heißt es: „Du hast zu wenig Vertrauen!“ Zu wenig Vertrauen. Denn, das ist es doch, was und in solchen Situationen so oft fehlt. Vertrauen. Vertrauen zu Gott, dass er uns nicht alleine lässt, nicht im Stich lässt, egal wie hoch die Wellen des Lebens schlagen mögen. Gott hat einen Plan und mag es auch dunkle und angsteinflößende Passagen in unserem Leben geben, können wir, ja müssen wir auf Gott vertrauen.
“ Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und dein Stab trösten mich.“

Amen

Rubin, Saphir und Smaragd Teil 7

Alfred träumte schlecht. Von seinem toten Partner, seinen Enkelkindern, die irgendwie in Gefahr gerieten, von dem unbekannten Anwesen und dazwischen war immer dieser verflixte Nebel. Mehrmals schreckte er aus dem Schlaf hoch und starrte aus dem Fenster in die Finsternis. Die Straßenlaterne vor der Pension war kaum zu erkennen. Der Nebel hatte also die Kleinstadt erreicht. Mit einem schaudern erinnerte er daran, was geschehen war, als der Nebel seine Heimatstadt erreicht hatte. Tote, überall Tote. Und er, Alfred, und die gesamte Regierung hatten nichts dagegen tun können.  Auf unerklärliche weise waren die Leichen plötzlich gesichtet worden. Sie hatten keine Blessuren oder offensichtliche Verletzungen. Nach einer Autopsie wurde dem Geheimdienst mitgeteilt, dass alle Menschen an Lungenembolie gestorben seien, wobei bei allen ein sogenannter Thrombus, was auch immer das genau sein mochte, die Lunge irgendwie verstopft hatte. Jedenfalls starben für einen Zufall die Menschen ziemlich genau gleichzeitig. Niemand konnte sich das erklären, nach Außen wurden die Todesfälle vertuscht, um keine Panik auszulösen. Der Geheimdienst hatte nun zu allen gemeldeten Fällen von starkem Nebel Duos los geschickt. Alfred und Sara waren sich in einer Sache einig, die Nebel hatten etwas mit diesem riesigen Anwesen zu tun.
Nachdem er nun zum dritten Mal hochgeschreckt war, stand Alfred schließlich auf und zog sich an. Klar, das wäre früher deutlich schneller gegangen, aber er stand ja heute auch nicht unter Zeitdruck. Das Zimmer bestand, darauf hatte er in der vorherigen Nacht nicht geachtet, nur aus 5 Dingen: Das Bett, auf dessen Bettkante er gerade saß, einem Schreibtisch aus Holz mit etwas Papier und Schreibzeug darauf, einem metallenen Stuhl, bei dem die Farbe bereits absplitterte, einem Schrank, ebenfalls aus Holz, aber heller, als das des Tisches und einem abgewetzten Teppich mit dem Wappen des goldenen Drachen. Der Teppich hatte, wie auch der Rest des Zimmers, bessere Jahre gesehen. Er beschloss das Zimmer zu verlassen und im Frühstücksraum auf Sara zu warten. Während er die alte, knarzende Treppe hinunterstieg, dachte nochmal an das Wappen. Ein goldener Drache auf schwarzem Grund, das dürfte nicht so oft vorkommen.
Der Frühstücksraum war spärlich beleuchtet. Hier und da ein paar Gäste. „Al! Al! Hier drüben!“ Sara saß in einer der Ecken des Raumes auf einer sich an der Wand entlang ziehenden Bank und hatten neben ihrem aufgeklappten Laptop noch eine Tasse Kaffee und ein Stück Hefezopf vor sich auf dem Tisch stehen. Alfred verdrehte die Augen und ging zu ihr hinüber. „Du sollst mich doch nicht so nennen!“ sagte er und sah sie mit funkelnden Augen an. Sara ignorierte es. „Komm mal her, ich hab was gefunden während du noch geschlafen hast.“ Er setzte sich neben sie auf die Bank. Sein Bein schmerzte schon wieder, es regnete, der Nebel wollte nicht abziehen, er hatte schlecht geschlafen und sie war ihm einen Schritt voraus. „Was für ein beschissener Tag“, schoss es ihm durch den Kopf

Rubin, Saphir und Smaragd Teil 6

Als der kleine Golf sein Ziel erreichte, dämmerte es bereits. Der Regen hatte kein Stück nachgelassen und prasselte, wie Erbsen in einen Kochtopf, auf das Dach des Autos in dem Alfred und Sara saßen. Natürlich war an der Stelle, die sie auf der Karte bemerkt hatten nicht nur eine Mauer zu sehen. Es standen auch eine Menge Leute davor, Menschen in Uniform, vermutlich Personal. Da Sara mit ihrer Vermutung Recht gehabt hatte, war Alfred nicht gerade gut gelaunt. Er konnte es nicht ausstehen unklug dazustehen. Zudem kostete Sara ihren ersten kleinen Erfolg wahrhaft aus. Eigentlich hatte er, Alfred, sie gar nicht dabei haben wollen. Sie wurde ihm aufgezwungen, nachdem sein vorheriger Partner gestorben war. Nicht, dass er bei einem Einsatz gestorben wäre. Nein, er war aufgrund seines hohen Alters gestorben und Alfred, da war er sich sicher, war als nächster dran, obwohl er, wie er gerne verdeutlichte „erst“ 78 geworden war. „Ich kann noch besser jedes Verbrechen aufspüren und Verbrecher dingfest machen, als jeder dahergelaufen junge Pfaffe!“ Sara hatte er trotzdem mit nehme müssen. Drei Jahre Polizeiausbildung, ein halbes Jahr Innendienst beim Geheimdienst und schon musste man sie ihm an den Arm ketten. Sie wollte Abenteuer und „Aktion“, er wollte zunächst einmal observieren und passiv handeln. Sie machte ihn ganz hibbelig. „Bleib doch mal ruhig!“ Sagte er dann immer. Schlimm genug, dass sie keinerlei Erfahrung hatte, so war sie ihm auch noch gleichgestellt. Unglaublich. Er ärgerte sich über diese Ungerechtigkeit. „Was machen wir jetzt?“ fragte sie ihn und riss ihn damit aus seinen Gedanken. „Observieren“ antwortete er mit zusammen gebissenen Zähnen. „Und bitte“, er schaute sie müde an „bleib bitte diesmal ruhig“. Sie standen in einer Reihe parkender Autos, vor ihnen eine hohe Mauer in welcher ein großes Tor eingelassen war. An beiden Torflügeln patrouillierte,  ungeachtet des Regens,  Sicherheitspersonal mit, soweit Alfred das erkennen konnte, keinerlei Waffen außer einem Schlagstock und einem Stromschocker. Aufgrund des Regens konnte er jedoch nicht erkennen, was hinter dem Tor lag. Es bestand aus Gitterstäben und zeigte in der Mitte ein Wappen mit einem goldenen Drachen darauf. „Bei dem Regen erkennen wir sowieso nichts“, bemerkte Sara „lass uns eine Unterkunft suchen und den Regen abwarten. Dann kann ich auch ein wenig recherchieren, wem das Grundstück gehört.“ Er war zu müde, um ihr zu widersprechen. Der lange Flug und die Suche nach dem Leuchtturm, der ihnen leider nicht weiter geholfen hatte, hatten ihn ausgelaugt. In einer kleinen Pension am Rande der Stadt fanden sie schließlich zwei Zimmer. Erschöpft ließ er sich in die Kissen fallen.

Rubin, Saphir und Smaragd Teil 5

„Sin Movimiento!“ flüsterte der Mann mit bedrohlichem Unterton. Die Stimme hörte sich rau und tief an. Der Junge verstand kein Wort. „Tienes armas?“ Wieder verstand er nichts, wie auch. Er hatte weder Spanisch noch Mexikanisch noch sonst irgendeine Sprache außer Deutsch und Englisch gelernt. Er blickte den Mann fragend an. Was sollte er tun? Er öffnete den Mund um etwas zu sagen, doch der Mann machte eine Vorwärtsbewegung mit dem Gewehr und der Junge verstummte. „Tienes armas?“ Er schüttelte den Kopf, um zu bedeuten, dass er nichts verstand. Da nahm der Schnauzbart (so nannte ihn der Junge in Gedanken) das Gewehr runter. Knall, die Tür flog auf. „Was ist denn hier los?“ rief eine weitere Männerstimme, diesmal eine etwas höher- und weichere als die des Schnauzbartes. Licht durchflutete den Raum. Der Junge sah nun seine Umgebung. Anstatt in einem kleinen Zimmer, befand er sich in einem großen Saal. Auf der einen Seite waren Fenster, die aber von außen mit altmodischen Fensterläden aus Holz zugeklappt waren. Zwischen den Fenstern hingen Kerzenhalter an der grauen, tristen Wand. Der Boden war tatsächlich aus Holz, bestehend aus alten Dielen, die ihren letzten Lackanstrich schon lange hinter sich hatten. Gegenüber den Fenstern hingen Wandteppiche und große Spiegel, der Junge vermutete, dass sie den Raum ungemein erhellten. Der Saal hatte zwei Türen, an jedem Ende eine. Ansonsten war der längliche Saal leer. An der Decke hing ein Kronleuchter mit elektrischen Kerzen. Die leuchteten auf, als der zweite Mann, der so aufgebracht in den Saal gekommen war, auf den Lichtschalter drückte. Ein paar schnelle Worte auf Spanisch und der Schnauzbart marschierte durch die nicht geöffnete Tür hinfort. „Ich muss mich wohl für den etwas ruppigen Empfang entschuldigen“ , begann der zweite Mann das Gespräch. Er trug einen roten Anzug und war von eher unsportlicher Statur. „Das war Sancho, er legt auf seine Wurzeln viel Wert“,erläuterte er,“Er spricht eigentlich nur Nahuatl, ein Wunder, dass wir diesem Sturkopf angewöhnen konnten Spanisch zu sprechen. Er hatte sich lange Zeit geweigert, obwohl er es seit der Kindheit kann. Seinen Sombrero behält er aber auf, egal was ich oder der Hausherr sagen“, er lächelte aalglatt. „Du bist also Tom.“ Der Junge hatte bisher nur zugehört, bemüht eine ausdruckslose Miene zu machen. „Wer  zur Hölle waren diese Männer und woher kennen sie meinen Namen?“, schoss es ihm durch den Kopf. „Woher…“, begann der Junge, „ich deinen Namen kenne?“ beendete der Mann die Frage des Jungen. „Wir haben nach dir gesucht, da müssen wir deinen Namen doch wissen.“ Er grinste. Dem Jungen Tom gefiel dieses Lachen nicht, es war nicht echt. Der Junge behielt sein Pokerface. „Komm mit!“ sagte der Mann und reichte Tom die Hand.

Rubin, Saphir und Smaragd Teil 4

Nun tastete er vorsichtig um sich. Der Boden war hart, aber nicht wie Stein und „aua“ hatte er einen Spreisel ihm Finger. Er lag auf einem Holzdielenboden. Wie kam er dorthin? Er drehte sich auf die Seite und dann schließlich auf alle Viere. Langsam, Schritt für Schritt tastete er sich vorwärts, stets darauf achtend sich nicht noch ein weiteres mal zu verletzen. Wider erwarten knarte der Boden nicht, er machte um genau zu sein überhaupt keine Geräusche. „Seltsam“ dachte er sich. Er sah einfach überhaupt nichts, er riss die Augen weit auf, um wenigstens irgendeinen Lichtschimmer wahrzunehmen, aber er konnte nichts entdecken. Vollkommene Finsternis, wo hatte er das nochmal gehört? „Wissen ist Nacht“ murmelte er mit einem Grinsen im Gesicht. Ein Zischen eines Streichholzes, dann ein leises Klacken, eine Lichtquelle in Form einer Petroleumlampe erhellten einen Teil des Raumes und der Lauf einer doppelläufigen Schrotflinte schaute ihm ins Gesicht. Er blieb wie angewurzelt auf allen Vieren stehen und erstarrte wie zu einer Salzsäule. Von der Flinte aufwärts schwenkte sein Blick hoch zu dem breitschuldrigen Mann. Unter einem großen mexikanischen Sombrero blickte ihn ein schnauzbärtiger Mann entgegen. Der Schnauzbart hatte sich gewaschen, auf ihn wären viele Männer stolz gewesen.

Schönheit Irlands

Seit heute befinde ich mich auf der Insel, genauer gesagt im Westen dieser und habe sie schon jetzt, nach einem halben Tag, lieb gewonnen.
Das stürmische und regnerische Wetter, das so perfekt zu Irland passt lässt die Wellen am Meer groß und mächtig werden.
Nach einem Spaziergang durch die idyllische Hafenstadt wärme ich mich in einem kleinen, gemütlichen Pub auf, und trinke ein typisches irisches Bier. Obwohl viele sagen, es sei gewöhnungsbedürftig und, das es nicht jedem schmecke, trinke ich es mit Genuss und teste die Küche,  während im TV Gibraltar gegen Schottland verliert. Nach einer weiteren kleinen Erkundungstour mit vielen Kirchen, Klöstern und Läden (leider alles nur von außen), kehre ich schließlich ins Hotel zurück und lasse mich zufrieden in die Kissen meines Himmelbetts fallen.

Rubin, Saphier und Smaragd Teil 3

Das Schloss wurde nun immer größer und davor ließ  sich ein Platz mit einem nicht ganz kleinen Springbrunnen erkennen. Der Rolls Royce fuhr rechts am Springbrunnen vorbei und umrundete in zur Hälfte, sodass er vor der Haustreppe stehen blieb. Sogleich eilte ein Bediensteter im blauen Anzug aus der Haustür und öffnete die Fahrertür, während er in der anderen Hand einen schwarzen Regenschirm hielt. Mr. Banks machte den Motor und das Licht aus, zog den Schlüssel aus dem Zündschloss und stieg elegant aus dem Wagen. Er streckte die Hand nach seinem Gehstock aus, der ihm auch sogleich gegeben wurde. Nicht, dass er ihn aus gesundheitlichen Gründen oder dem Alter bei sich tragen müsste, nein, Mr. Banks trug stets aus Stilgründen seinen schwarzen Gehstock mit dem mit dem silbernen Totenkopf am Knauf mit sich, der genauso wie sein Anzug und sein Zylinder zu seinem Auftreten dazu gehörten. Als er die Eingangshalle des Schlosses betrat, waren alle Augen auf ihn gerichtet. Die Eingangshalle bestand im weiteren Sinne aus einer Halle und einem Treppenaufgang am Ende dieser Halle. Rechts und Links gingen Türen in die weiteren Räume ab und an der Decke hing ein goldener Kronleuchter, wogegen an den Wänden Kerzenhalter die Halle in ihr warmes und doch schumm’riges Licht tauchten. Wenn der Hausherr nach Hause kommt, so ist es Sitte, dass alle Bediensteten ihn in der Eingangshalle zu empfangen haben und zwar in dieser Weise, in welcher sie sich rechts und links entlang der Halle aufstellen. Dabei sind die höheren Bediensteten, wie der Procurator, welcher die Aufsicht über das Haus hat, während Mr. Banks nicht anwesend ist, ganz vorne an der Tür und die weniger Wichtigen weiterhinten, an der Treppe. „Guten Abend.“ – „Guten Abend Mr. Banks!“ tönte es durch die Eingangshalle. In Richtung Treppe gehend und mit einem Schwung seines Armes warf er den Bediensteten seinen Zylinder und seinen Gehstock zu, welche ihn direkt auffingen, selbstverständlich ohne eines fallen zu lassen und brachten sie sogleich in die Garderobe im Nebenzimmer. „Ihr könnt wieder gehen.“ rief  Mr. Banks im vorbei gehen den Bediensteten zu und dann „Procurator, David, Sie kommen mit mir.“ „Sehr wohl!“ Flugs erschien ein etwas dickerer Mann im roten Anzug und Fliege und begleitete Mr. Banks über die Treppe nach oben.

Als der geimnisvolle Junge aufwachte, umgab ihn Dunkelheit. Wo war er? Was war geschehen? Nach und nach holte ihn die Erinnerung ein. Er war bei den alten Ruinen gewesen um Schutz zu suchen, Schutz vor der Dunkelheit und dem Nebel, der allmählich die Stadt einhüllte und nicht mehr frei gab. Er hatte seit Tagen nicht mehr richtig geschlafen, weshalb er in der alten Ruine am Stadtrand etwas Schlaf gesucht hatte. Als er die Feuerleiter hinabgestiegen war, auf der Flucht vor dem Fremden, der ihn schon so lange verfolgt hatte und der nun plötzlich in der Ruine aufgetaucht war, hatte ihn diese Müdigkeit wohl eingeholt und endgültig erledigt.